Gemeinsam und im Austausch für die Tiere

Wer sich tagtäglich gegen die intensive (Massen-)Tierhaltung und auch für generelle Alternativen zur Tierproduktion und zum -konsum einsetzt, dem wird schnell klar, dass er dafür einen langen Atem, einen kühlen Kopf und ein geduldiges Herz braucht. Klar wird aber ebenso schnell, dass dieser Einsatz – ob nun allein oder als Organisation vollzogen – ohne einen intensiven und besonnenen Austausch sowie ohne eine Bündnisbildung, sowohl innerhalb als auch über den engeren Tierschutz- und Tierrechtsbereich hinaus, langfristig kaum von überragenden Erfolgen gekrönt sein wird – zu gewaltig ragt der zu versetzende Berg in die Höhe und Breite. Weiterlesen

Drei schnelle Hinweise: Fischkonsum, bio-vegane Landwirtschaft und Zukunftsdialog

Hinweis 1: Zu Beginn des Jahres erschien der Kritische Agrarbericht 2015 in gedruckter Fassung. Seit kurzem können seine Artikel auch online eingesehen werden – darunter auch ein Artikel, in dem ich gemeinsam mit meiner Kollegin Anne Bohl die Produktion und den Konsum von Fischen in den Blick nehme und wir fragen: „Immer mehr Fisch auf den Tisch? Plädoyer für ein Umdenken und die Förderung von Ernährungsalternativen“.

Hinweis 2: Ebenfalls im Kritischen Agrarbericht 2015 erschien im Rahmen eines Artikels zum Veganismus als neuem Konsumtrend ein Interview zum bio-veganen Landbau (s. Kasten auf Seite 294 f.), das ich gemeinsam mit Lisa Brünjes und Silke Lamla vom Bio-Veganen Netzwerk (BVN) geben durfte.

Mit Freude habe ich übrigens im April das Statement zur Angliederung des BVN an den Bund für vegane Lebensweise (BVL) gelesen – sicherlich ein guter und wichtiger Schritt, um den bio-veganen Landbau weiter voranzubringen. Erfreulich ist zudem, dass die Thematik schon jetzt auch immer mehr mediale Verbreitung findet (s. auch diesen Artikel aus dem vierten Quartal 2014, der in der Fachzeitschrift „Ökologie & Landbau“ erschien).

Hinweis 3: In meinem letzten Blogbeitrag habe ich kurz auf meine diesjährige Teilnahme am „Zukunftsdialog Agrar & Ernährung“ hingewiesen, der seit dem vergangenen Jahr von der agrarzeitung und der ZEIT ausgerichtet wird. Ein Veranstaltungsbericht kann inzwischen hier eingesehen werden (s. zudem auch diesen Bericht). Insgesamt war der Zukunftsdialog für mich eine sehr spannende und lehrreiche Veranstaltung mit viel Austausch- und Vernetzungspotential. Es bleibt zu hoffen, dass der Dialog über die Gegenwart und Zukunft der Lebensmittelproduktion auch weiterhin immer stärker geführt wird und sich letztlich in einer zunehmend ökologischeren und tierbefreiteren Produktion niederschlagen wird.

„Agrar & Ernährung“ – follow the tweet

Gut dreieinhalb Monate ist es nun schon wieder her, dass ich mich dazu bequemt habe, einen kleinen Beitrag für meinen Blog zu verfassen – und dabei ist in der Zwischenzeit durchaus sehr viel passiert, was einer Kommentierung wert gewesen wäre. Doch was soll ich sagen: Ein so hart arbeitender, in seinem grenzenlosen Altruismus gefangener und sich aufs äußerste für diese Welt verausgabender Mensch, wie ich es in wohl beispielloser Beispielhaftigkeit bin, hat halt viel zu tun und daher auch nur begrenzt Zeit für geistige Ausschweifungen der kommentierenden Art.*

Zu tun habe ich selbstverständlich auch in der kommenden Woche, wobei ich mich auf ein Ereignis ganz besonders freue, auf das ich heute gerne noch zumindest schnell aufmerksam machen möchte: Weiterlesen

Albert Schweitzer: Geburtstag und Jubiläum

Gestern jährte sich zum 140. Mal der Geburtstag Albert Schweitzers. Aus Anlass dieses Geburtstages, aber vor allem auch hinsichtlich des hundertjährigen Jubiläums der Schweitzer’schen Ehrfurchtsethik habe ich einen neuen Artikel verfasst, in dem ich die Entstehung der Philosophie Schweitzers in groben Zügen nachzeichne und nach der Aktualität seiner Ethik insbesondere für den Tierschutz frage.

Zum Artikel geht es hier.

Für mich persönlich ist und bleibt Schweitzers Philosophie aktueller denn je und er selbst eine der faszinierendsten und tatkräftigsten Persönlichkeiten der neueren Geschichte.

Es novembert bereits: letzte Termine des Jahres

Zu Beginn dieses Beitrags eine Frage: Kennt noch einer Paulchen Panther, den Protagonisten der Zeichentrickserie „Der rosarote Panther“, und das von schmissiger Schlagermelodie getragene Serien-Abspann-Lied „Wer hat an der Uhr gedreht?“. Zumindest mir kam all dies gerade wieder in den Sinn, als ich mich mit Blick auf den Kalender an einen neuen Blogbeitrag machte: Herrje, wer hat den Kalender vorgeblättert? Mit nicht einmal mehr zwei ganzen noch ausstehenden Monaten neigt sich ein für mich ereignis- arbeits- und vernetzungsreiches Jahr dem Ende zu. Doch wie hieß es bei Paulchen Panther auch so schön: „Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage!“ – was mich selbst betrifft, so muss ich dafür nicht bis 2015 warten: Statt meines ursprünglich geplanten thematischen Beitrags, nachfolgend einige kurze Hinweise zu noch ausstehenden, erwähnenswerten Terminen. Weiterlesen

Ich habe fragwürdige Berichterstattungen satt!

In der vergangenen Woche war ich beim Wir-haben-es-satt-Kongress in Berlin u. a. als Teilnehmer einer Podiumsdiskussion mit dabei. Einen ersten Rückblick und eine Gesamteinschätzung des Kongresses habe ich bereits an anderer Stelle veröffentlicht. Dabei bin ich jedoch auf einen Punkt noch nicht eingegangen: Anders als zwei überregionalen deutschen Zeitungen scheint mir während der Veranstaltung eine spaltende Auseinandersetzung zwischen Veganern und Bio-Bauern entgangen zu sein. Wie konnte das passieren? Weiterlesen

Wege aus der Gewalt gegen Tiere

Im Mai dieses Jahres fand in Wuppertal eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Wege aus der Gewalt? Nach 100 Jahren Globalisierung von Krieg und Frieden“ statt. Auf Einladung durfte auch ich mit einem eigenen Vortrag mit dabei sein. Es galt, auf die vorgegebene Frage der Veranstalter – „Krieg gegen Tiere, Umwelt und Klima?“ – eine Antwort zu geben. In ihrem kürzlich veröffentlichten 19. Rundbrief blickt die Armin T. Wegner Gesellschaft nun u. a. auf diesen Vortragsabend zurück (S. 24 ff.) – ein guter Anstoß, um auch selbst noch einmal kurz darauf zurückzublicken. Weiterlesen

Bio-veganer Landbau: Neue Strategiegruppe in Berlin

Bei der gegenwärtigen Züchtung, Haltung und Tötung von Tieren zur Produktion von Nahrungsmitteln kann für den weitaus größten Teil der Tiere ohne jegliche Übertreibung von einem agrarindustriellen Missbrauch gesprochen werden. Doch was dagegen tun? Alternativen leben und etablieren! Weiterlesen

Leben? Am Anfang war das Staunen …

Antike Philosophen wie Platon und Aristoteles sahen den Anfang oder Ursprung aller Philosophie im Staunen begründet. Gemeint war mit diesem Staunen eine Verwunderung oder ein Sichwundern über Dinge, die allgemein für selbstverständlich gehalten werden. Spätere Philosophen wie René Descartes sahen den Anfang der Philosophie nicht im Staunen, sondern im Zweifeln begründet. Doch wie auch immer sich der Anfang der Philosophie – d. h. gerade auch des eigenen Philosophierens – begründen lässt:

Hat man einmal damit begonnen, Selbstverständlichkeiten zu überdenken, so steigt das Potential für ein erneutes Staunen (oder Zweifeln) unweigerlich. Dies wurde mir über meine Beschäftigung mit praktischen, auf das Leben bezogenen Denkern wie Tolstoi, Gandhi und vor allem Albert Schweitzer bewusst. Ihre Gedanken reflektierend erkannte ich, als wie selbstverständlich ich selbst bisher das Leben und meinen bis dato ausgelebten Umgang mit Leben betrachtet hatte – und darüber staunte ich nicht schlecht. Weiterlesen