Bio-veganer Landbau: Neue Strategiegruppe in Berlin

Bei der gegenwärtigen Züchtung, Haltung und Tötung von Tieren zur Produktion von Nahrungsmitteln kann für den weitaus größten Teil der Tiere ohne jegliche Übertreibung von einem agrarindustriellen Missbrauch gesprochen werden. Doch was dagegen tun? Alternativen leben und etablieren!

Im Grunde ist es ja ziemlich einfach: Sollen zukünftig nicht weiterhin Millionen von Tiere agrarindustriellen oder ähnlichen Bedingungen ausgesetzt sein, dann muss ihre millionenfache Produktion drastisch gesenkt werden. Gesenkt wird die Produktion mitunter nur dann, wenn auf wirtschaftspolitischer Ebene u. a. von Überproduktionen und Exportorientierungen abgelassen und auf individueller Ebene der Konsum von Tieren und Tierprodukten ebenfalls drastisch gesenkt wird. Letzteres lässt sich hierzulande leicht umsetzen, da genügend pflanzliche Nahrungsmittel (frisch, abgepackt, tiefgekühlt etc.) für einen abwechslungsreichen, erschwinglichen, vollwertigen und gesunden Konsum bereitstehen – ein alternativer, vorwiegend oder gänzlich pflanzlicher Konsum kann somit zumindest auf der Beschaffungs- und Zubereitungsebene ohne Weiteres von jedem einzelnen Menschen gelebt werden.

Verlagert man den Blick von der Konsum- auf die landwirtschaftliche Produktionsebene, dann zeigt sich, dass hier bei der Etablierung von Alternativen wie dem tierlosen Öko-Ackerbau – der mit wenig oder gar keinen Tieren wirtschaftet – und dem bio-veganen Landbau – der ganz ohne Tiere wirtschaftet und zusätzlich auch vom möglichen Zukauf tierlicher Dünger absieht – noch einiges geleistet werden muss. Um vor allem das Thema des bio-veganen Landbaus weiter voranzubringen und mehr publik zu machen, hat sich zu Beginn des Jahres eine „Berliner Strategiegruppe“ gegründet, die sich aus Vertretern verschiedener Organisationen sowie interessierten Einzelpersonen zusammensetzt. Weitere an der Mitwirkung interessierte Personen oder Organisationen sind gerne dazu eingeladen, eines der Gruppentreffen zu besuchen und sich bei weiterem Interesse der Strategiegruppe anzuschließen.

Grundsätzliche Informationen zum bio-veganen Landbau finden sich auf den Internetseiten des bio-veganen Netzwerks sowie auch in der Arbeit „Die bio-vegane Landwirtschaft in Deutschland: Definition, Motive und Beratungsbedarf“ von Anja Bonzheim.

Tipp: Beim kommenden Wir-haben-es-satt-Kongress in Berlin (2.-5.10.) wird es auch eine Arbeitsgruppe zum bio-veganen Landbau geben (AG 18). Insbesondere interessierte Landwirte sind herzlich dazu eingeladen, an der AG teilzunehmen.

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  1. Pingback: Landwirtschaft ohne Tiere – das geht ja gar nicht! Wirklich nicht? | Konstantinos Tsilimekis

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